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Pflichtverteidiger

Tel.:  0361 / 3467277  oder  0175 / 1118438

Gegebenenfalls werden Sie mit Erhalt einer Anklageschrift oder sogar schon früher vom Gericht aufgefordert, einen Verteidiger ihrer Wahl zu benennen. Dann liegt ein Fall der sogenannten notwendigen Verteidigung vor. In bestimmten Konstellationen hält es der Gesetzgeber nämlich für zwingend notwendig, dass Sie von einem Rechtsanwalt beraten und vertreten werden. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn:

• die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem
   Oberlandesgericht oder dem Landgericht stattfindet,
• dem Beschuldigten ein Verbrechen
   (Mindeststrafe 1 Jahr Freiheitsstrafe) zur Last gelegt wird,
• das Verfahren zu einem Berufsverbot führen kann,
• gegen einen Beschuldigten Untersuchungshaft oder eine einstweilige Unterbringung vollstreckt wird,
• zur Vorbereitung eines Gutachtens über den psychischen Zustand des Beschuldigten seine Unterbringung in einem öffentlichen psychiatrischen
   Krankenhaus in Frage kommt,
• dem Verletzten ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist,
• wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder
   wenn ersichtlich ist, dass sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann.

"Schwere der Tat" oder "Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage" sind unbestimmte Rechtsbegriffe und sollen auch solche Fälle auffangen, die in den vom Gesetzgeber explizit genannten Konstellationen nicht enthalten sind, aber dennoch deren Gewicht haben. Das wird in der Praxis häufig angenommen, wenn beispielsweise eine hohe Freiheitsstrafe oder bei einer Verurteilung der Widerruf einer Bewährung droht. Und das kann wiederum schon bei einer Schwarzfahrt oder einem Ladendiebstahl der Fall sein, wenn der Betroffene schon mehrfach und/oder einschlägig vorbestraft ist.

Sollte also ein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegen, haben Sie die Möglichkeit dem Gericht mitzuteilen, von welchem Rechtsanwalt sie gerne vertreten werden möchten. Wenn Sie dem Gericht keinen Anwalt benennen, wird es Ihnen einen Rechtsanwalt aus dem Gerichtsbezirk beiordnen, den Sie höchstwahrscheinlich nicht kennen und der Sie auch nicht kennt. Und wenn dann die Chemie einfach nicht stimmen sollte, ist das schon mal ein ungünstiger Ausgangspunkt. Gegenseitiges Vertrauen ist ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Mandatsverhältnisses. Insofern ist es immer ratsam, zu reagieren und sich selbst einen Anwalt auszusuchen.

Gerne können Sie mich daher kontaktieren, um die Möglichkeiten einer Beiordnung zu besprechen.